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"Ich hatte meine Karriere abgehakt"
Geschrieben von: Harald Landwehr Dienstag, den 10. Januar 2012 um 17:10 Uhr "Filder-Zeitung", vom 10.01.2012 02:40 Uhr
Dienstagswort Der erstligaerfahrene Max Lake spricht über seinen Einstieg beim Zweitligisten TSV Georgii Allianz. Von Harald Landwehr
Seit knapp zwei Monaten trainiert Max Lake beim Volleyball-Zweitligisten TSV Georgii Allianz mit. Der 38-malige deutsche Jugend- und Juniorennationalspieler, der beim VCO Berlin und beim TV Rottenburg bereits Erstligaerfahrung gesammelt hat, ist im Abstiegskampf der Vaihinger ein großer Hoffnungsträger für die Rückrunde. Sein erstes Pflichtspiel im Trikot des Filderclubs am vergangenen Sonntag gegen die VSG Coburg/Grub (3:2-Sieg) musste der 24-Jährige krankheitsbedingt allerdings noch absagen. Im Interview erzählt der gebürtige Bocholter von seinen Plänen im Allianz-Trikot.
Herr Lake, Sie saßen am Sonntag nur in Zivil auf der Bank. Wie war der Fünf-Satz-Krimi emotional für Sie?
Nicht ganz so spannend wie für meine Mannschaftskollegen, weil ich von der Dramatik gar nicht alles mitbekommen habe. Ich habe nur die ersten beiden Sätze gesehen und musste dann meine Freundin, die aus Münster zu Besuch war, zum Bahnhof bringen. Ich habe dann immerhin über das Handy im Liveticker den Rest des Spieles verfolgt und mich gefreut, als die Sätze vier und fünf gewonnen waren.
Wie schätzen Sie die Aussichten Ihres neuen Teams auf den Klassenverbleib ein?
Ich denke, wir haben ganz gute Chancen. Der Sieg gegen Coburg war ungemein wichtig. Das ist auch eine der Mannschaften, die wir in der Tabelle hinter uns lassen können und müssen. Daneben habe ich Friedberg und Grafing auf der Rechnung, auch wenn die sich noch einmal verstärkt haben. Das Potenzial für den Verbleib in Liga zwei ist in unserer Mannschaft aber definitiv vorhanden.
Wie sehen Sie Ihre eigene Rolle bei diesem Unternehmen?
Ich hoffe, dass ich einen großen Teil dazu beitragen kann. Leider werde ich berufsbedingt nur bei zehn der verbleibenden 13 Spiele zur Verfügung stehen, aber zumindest in diesen Spielen will ich mein Bestes geben. Der zweite limitierende Faktor außer dem Job ist meine Gesundheit. Ich habe aufgrund langwieriger Probleme mit dem Sprunggelenk zuletzt mehr als ein Jahr pausiert und bisher nur sieben- oder achtmal voll trainiert. Ich weiß also gar nicht richtig, wo ich leistungsmäßig stehe.
Wie ist der aktuelle Stand, wenn Sie Ihre Möglichkeiten mit früher vergleichen?
Ich habe konditionelle Defizite, die ich so schnell als möglich aufholen möchte. Daneben ist meine Aufschlag-Annahme nicht so stabil wie zu der Zeit, als ich Libero gespielt habe. Was absolut noch vorhanden ist, ist die Sprungkraft, deshalb sehe ich die besten Möglichkeiten zu helfen momentan im Angriff.
Wie sehr belastet Sie Ihre Krankengeschichte beim Comeback psychisch?
Im Moment habe ich einfach nur sehr viel Lust zu spielen. Ich hatte meine Volleyballkarriere aufgrund dieser chronischen Geschichte eigentlich schon abgehakt, deshalb ist es umso schöner, jetzt doch noch einmal einigermaßen gesund eingreifen zu können. Was mir im Übrigen zuletzt sehr geholfen hat, waren die Besuche bei der Heilpraktikerin Heike Mayer, die mir Frank Rüdinger und der Trainer Christian Hohmann vermittelt haben. Durch ihre Behandlung spüre ich ziemliche Fortschritte.
Wie lange soll die Volleyball-Laufbahn noch weitergehen?
Das ist im Prinzip allein von meinem Sprunggelenk und meiner beruflichen Zukunft abhängig. Auf jeden Fall habe ich bei der Allianz riesig viel Spaß. Ich kannte die Hälfte der Mannschaft schon vorher aus meiner Rottenburger Zeit. Ich bin wirklich klasse integriert worden und würde jetzt gerne sportlich einiges von diesem Vertrauen an die Jungs zurückzahlen. Am besten schon mit einem Sieg am Samstag gegen den VC Eintracht Mendig.
Das Thema erste Bundesliga ist für Sie abgehakt?
Man soll nie nie sagen, auch weil ich noch jung bin. Aber im Moment ist eine Rückkehr in die erste Liga kein Thema. Ich freue mich, wenn ich überhaupt noch lange auf hohem Niveau spielen kann, weil Volleyball immer mein Ding war - im Sand und in der Halle.
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